Heimspieltag für die Visper Lions. Heimspieltage bedeuten stets viel Aufwand – Organisation von Personal, Aufgabenverteilung von Kantinen- und Spielbetrieb, Präsenzzeiten. Heimspieltage bedeuten aber auch stets solidarische Unterstützung von den Rängen. Grosis, Mamis, Papis, Geschwister – erneut waren sie alle da. Unterstützten, wo es nur ging. Rund 150 Zuschauer verfolgten die Spiele der Visper Lions. Das war echt toll. Die Löwen trafen auf die formstarken Skorpion Emmental Zollbrück II und auf den UHT Eggiwil.
Skorps – UHC Visper Lions 1:0 (1:0)
Die Ausgangslage war klar. Die favorisierten Skorps durften mehr Ballbesitz haben und physisch waren sie den Löwen ebenfalls überlegen. Das Trainerduo entschied sich dafür, die Räume in der eigenen Zone kompakt zuzustellen und so in Überzahl zu geraten, um den Ballgewinn zu erzwingen. Im Anschluss sollte durch einen koordinierten Aufbau mit vielen Passstationen die Offensive gesucht werden. Was mitunter gar nicht schlecht gelang. Gerade in der Defensive standen alle drei Linien hervorragend, waren aggressiv genug, so dass Ballverluste des Gegners provoziert wurden.
In der ersten Halbzeit stand das Team nur einmal etwas zu hoch, so dass das Defensivsystem nicht zu greifen vermochte und eine Überzahlsituation für die Skorps entstand. 0:1. Keine Chance für den gut aufgelegten Rufus Peter. Egal. Mund abwischen und weitermachen.
In Halbzeit zwei sollte bei eigenem Ballbesitz ruhiger gespielt werden. Vorneweg: Torhüter Elia In-Albon sollte einen Sahnetag erwischen und sämtliche Granaten entschärfen, welche aufs Tor kamen. Top.
Die Hektik aus Halbzeit 1 sollte reduziert werden und die Angriffe fokussierter ausgespielt werden.
Dies gelang ausgezeichnet. Doch, was fehlte war der Lucky Punch. Diverse Chancen wurden generiert, doch das Team vermochte sich nicht zu belohnen. Schade. Aber auch ein Fingerzeig, um weiter an der Kaltschnäuzigkeit und am konzentrierten Torabschluss zu arbeiten. Auch das finale Time-Out und das Herausnehmen des Torwarts sollten zwar zu Chancen reichen, der Ball wollte aber einfach nicht rein. Abhacken. Schluck aus der Pulle und auf zum nächsten Kracher. Es wartete Eggiwil.
UHC Visper Lions : UHT Eggiwil 7:5 (4:0)
Das zweite Spiel begann in der Kabine der Löwen – und zwar mit einer Visualisierungsübung zum Torabschluss. Das System blieb dasselbe – da der Gegner stark besetzt war und offensiv gefährlich war. Shayen Brantschen reiste ab und wurde durch Matthias Nanzer ersetzt. Jael Brantschen übernahm in dieser Linie die Centerposition.
Das Spiel begann so, wie es sich die Coaches erhofften. Mit einem Tor. Nach rund 4 Spielminuten eröffnete Yannic Aufdenblatten nach schönem Laufspiel das Score. War das der Ketchup-Effekt? Der berühmte Dosenöffner? Ja – das war er. Ayleen Brantschen nach Zuspiel von Moreno Wirthner erhöhte auf 2:0. Wiederum diese Line skorte nach rund einer Viertelstunde auf 3:0. Diesmal spielte Noel Rüegg wunderbar auf Moreno Wirthner, der seine Farben erneut zum Jubeln brachte. Und auch die dritte Linie traf. So legte Matthias Nanzer wunderbar auf Amy Blumenthal auf, welche den Ball mit Wucht in den Maschen versank – um danach zum Tänzchen zu bitten. Wunderbar. Offensive Effizienz also? Alles gut? Na ja. Noch nicht. Was den Trainern gefiel, war die tadellose Defensivleistung in der ersten Halbzeit. Der Top lief geschickt an und steuerte das Spiel in die gewünschte Richtung. Das Defensivbollwerk erledigte den Rest in Überzahl. Eggiwil wurde zu Einzelaktionen gezwungen. Kam dann doch ab und an ein gelber durch den Abwehrriegel, war Rufus Peter zur Stelle. Mit einem zu-Null ging es in die Pause. Klasse.
Die Coaches warnten zur Vorsicht und Disziplin und auch davor, dass es im Unihockey schnell gehen kann. Das Momentum sollte auf keinen Fall kippen und der Fokus weiterhin auf eine solide Defensive gerichtet werden. Doch der jugendliche Übermut und die Aussicht auf einen Torerfolg vor heimischem Publikum verleitete dann und mal doch ein wenig dazu, zu viel Risiko zu nehmen.
So kam Eggiwil zum 1:4 nach rund 25 Spielminuten. Kein Problem. Das Team reagierte und Ayleen Brantschen legte schön auf, so dass Moreno Wirthner für den erneuten 4-Torevorsprung sorgte. Yannic Aufdenblatten, der hervorragend vom jungen Miguel Pfammatter freigespielt wurde, netzte anschliessend zum 6:2 ein. Und Malin Oggier sorgte mit ihrem 7:2 für den offensiven Schlusspunkt rund 3 Minuten vor Schluss. Das Score aus Löwensicht hätte noch viel höher ausfallen können. Ja müssen. Gleich mehrfach sorgte Ayleen Brantschen für einen Wembley-Moment und traf die Lattenunterkante. Zumtaugwald, Burgener, Jael Brantschen – alle hatten erarbeiteten sie sich Chancen. Der Ball wollte partout nicht hinter die Torlinie. Und wenn du sie vorne nicht machst, kriegst du hinten die Eier. So auch hier geschehen. Sollten der tapfer kämpfende UHT Eggiwil mit 3 Toren in den letzten 2 Spielminuten noch für Resultatkosmetik sorgen. Mehr aber nicht.
Nichtsdestotrotz – die Defensive stand gut. Irina Schmid, Raphael Fallert, Marco Zumofen und Severin Leu wissen, wie den Laden hinten dichtzumachen. Pfammatter und Blumenthal schalteten sich immer wieder in die Offensive ein, was für Überraschungen sorgte und Variationen ins Spiel brachte. Jael Brantschen – die Aggressivleaderin des Teams – fühlt sich auf der Centerposition pudelwohl. Captain Burgener kann zufrieden sein mit seinem Team.
Das Fazit zum ersten von drei Heimspieltagen der Saison: Bei fokussierter und disziplinierter Defensivleistung, hat jedes Team Mühe gegen Visp zu treffen. Offensiv ist Steigerungspotenzial vorhanden – werden die Löwen effizienter, können auch Teams aus der vorderen Tabellenhälfte geärgert werden. Solange die Torchancen vorhanden sind, wird grundsätzlich gut gearbeitet. Und das war heute bei beiden Spielen der Fall.
Weiter geht es am 11. Dezember 2022 mit dem Heimspieltag in der Visper BFO gegen den Leader Lions Konolfingen und das viertplatzierte Floorball Fribourg.
Für die UHC Visper Lions spielten:
Torhüter: Peter Rufus (0 Tore / 0 Assists); In-Albon Elia (0/0
Feldspieler: Brantschen Ayleen (1/1), Brantschen Shayen (0/0), Brantschen Jael (0/0), Aufdenblatten Yannic (2/0), Oggier Malin (1/0), Schmid Irina, Zumtaugwald Gian, Burgener Lars, Pfammatter Miguel 0/1), Fallert Raphael, Nanzer Matthias (0/1), Rüegg Noel (0/1), Leu Severin, Zumofen Marco, Wirthner Moreno (2/1), Blumenthal Amy (1/0)